2005, in einem Land, in dem ein Bürgerkrieg getobt hat: Zwei hohe Offiziere, die einst in derselben Armee gedient, im Krieg aber auf verschiedenen Seiten gekämpft hatten, werden als Kriegsverbrecher an das Internationale Tribunal in Den Haag ausgeliefert. Dort freunden sie sich an, da sie Vieles verbindet: die Vergangenheit, die Sprache, nicht zuletzt die drohende Strafe. Doch dann wird der General der siegreichen Partei freigesprochen, der Oberst der unterlegenen Partei zu einer langjährigen Strafe verurteilt.

Ein Roman über Schuld, Verantwortung und über die Schwierigkeit, unter extremen Umständen das Richtige zu tun.

 

»Aus den verschiedenen Stimmen – der des Generals, des Volkes, des Lehrers und Anas –, die einander nie komplettieren, sondern spannungsreich gegenüberstehen, lässt sich kein klares Bild dieses Generals gewinnen. [...] Diese Un-Eindeutigkeiten sind aber keine Nachlässigkeit des Erzählers, sondern seine Stärke. [...] ob der General ein Held sei oder nicht, wird auch zu unserer Frage.«

Prof. Dr. Robert Leucht, Université de Lausanne, in der Laudatio für den Werkbeitrag des Kt. Zürich

 

 

 

»Eine Geschichte, die einem ans Herz und nicht mehr aus dem Kopf geht.«

Charles Lewinsky

 

»Was ist fremder, unerklärlicher und beängstigender als die fernste Exotik? Die eigene Kindheit. Noch selten ein ungewöhnlicheres Buch gelesen. Nein – verschlungen!«

Margrit Sprecher, Journalistin, Autorin

 

Das Kind wächst als Fremder in einem osteuropäischen Land während des Kalten Krieges auf. Um mit dem Bedrohlichen seiner Umgebung fertig zu werden, zieht es sich in seine Sprache zurück und erfindet Geschichten. So erlangt es nicht nur die Kontrolle über seine eigenen Gefühle, sondern auch über die anderer Menschen.

 

Karl Rühmann wurde von der Kulturkommission der Stadt Zürich für »Glasmurmeln, ziegelrot« das Werkjahr-Stipendium verliehen.